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About Shoes and Men and the imperfect Perfections

Actually I am pretty satisfied with me, myself and I and with my life apart from the occasional small dissatisfactions of every day li...

Montag, 12. Mai 2014

Conchita Wurst nervt!!!!

Conchita Wurst nervt. Und auch die Deutsche, die sie nachmacht und sich Boy-Tunte Ryan Stecken nennt. Bitte, was ist das denn? Und diese alberne Kindheitsgeschichte, die sie sich für die Conchita ausgedacht hat mit den 15 Schwestern, die alle einen Bart haben. Das ist albern, überhaupt nicht lustig und auch ein kleines bisschen rassistisch, impliziert es doch, dass Frauen in Kolumbien einen Frauenbart haben.

Aber vor allem nervt mich dieser Hype, der um die/den/das gemacht wird. Jeder liberaldenkende Mensch MUSS Conchita Wurst gut finden, sonst...ja, was sonst? In meinen Augen ist der Zwang Conchita Wurst gut finden zu müssen genauso daneben wie der Zwang er/sie/es nicht gut finden zu dürfen.

Ich halte mich für einen liberaldenkenden Menschen und deshalb lasse ich jeden so leben, wie er will und ich lasse jedem seine Meinung. Ich will niemanden von meiner Meinung überzeugen und ich will niemanden auf meine Seite ziehen. Aber ich will auch nicht, dass ich, weil ich liberaldenkend bin, alles gut finden müssen, was alle gut finden oder was anders ist, nur weil es gerade in ist, sich auf die Seite der Anderen zu stellen. Das heisst, alles ist gut und lustig und muss gefunden werden, weil es anders ist als der Rest der Gesellschaft. Ich will aber gut finden, was ich gut finde...

Auch dieser Song Contest Hype. Bitte, als ich Kind war und auch noch als ich in den Zwanzigern war, hat sich niemand öffentlich getraut, zuzugeben, dass er/sie/es Eurovision Song Contest guckt. Heutzutage gibt es Public Viewing und ALLE gucken Eurovision Song Contest und stehen auf langweilige Musik. Da bleibt mir nur eine Frage...WARUM????

Große Langeweile? Gruppenzwang? Alles was Schwule gut finden, finden alle anderen auch gut, weil Schwule den besseren Geschmack haben? Was soll dieser Schwulenhype? Und bitte versteht mich nicht falsch. Ich habe nichts gegen Schwule, meine besten Freunde sind schwul, aber dieser Hype mit dem Zwang dahinter....

Auch Nackte im Park, am See und am Strand und auf Plakatwänden haben mich immer genervt. Ich sage, haben mich genervt, weil seit sieben Jahren sehe ich keine mehr und das ist so viel besser. 

Genauso wie, und ich weiß, dass ich damit sehr unbeliebt werden werde, Mütter, die überall ihre Brüste rausholen, um ihre Babies zu stillen. Muss das denn sein? Muss man das immer und ständig sehen? Muss man denn immer mit seinen eigenen Freiheiten, die Freiheiten anderer Menschen überschreiten? Und ich möchte mich auch weiterhin unfrei fühlen dürfen von nackten Menschen in der Öffentlichkeit. Das Argument, dass Babies stillen natürlich sei, ist ein schlechtes Argument. Viele Dinge sind natürlich, die wir nicht in der Öffentlichkeit tun. Demnächst fangen noch alle an in der Öffentlichkeit zu vögeln, weil es sie gerade überkommt und es doch natürlich ist. Oder ist aufs Kloh gehen, nicht auch natürlich? Machen wir auch nicht in der Öffentlichkeit. Und die Frage, ob denn stillende Mütter mit ihren Babies zu Hause bleiben müssten? Nein, auch das nicht, aber man kann doch ein Tuch drüber legen und nicht jedem Hinz und Kunz seine Titten zeigen. Auch das muss ich seit sieben Jahren nicht mehr sehen. Und das ist so viel besser!!!

Samstag, 3. Mai 2014

Wie wird man Chef?

Ich stelle mir heute morgen die Frage, wie man Chef wird. Nachdem ich heute morgen wieder mal eine laaange Email von meiner Chefin bekommen habe.


Zur Geschichte. Da gab es dieses Projekt, auf das wir durch Zufall gestoßen sind. (Obwohl Zufälle gibt es ja nicht, auch Zufall in hebräisch rückwärts bedeutet, Gott hat es geformt). Naja, wir reden ja über Naturwissenschaft, also Zufall und nicht von Gott gemacht!!! Also durch Zufall sind wir auf dieses Projekt gestoßen und ich muss es nochmal sagen. So gute Ergebnisse, wie beim ersten Mal als wir das Phänomen gesehen hatten, hatte ich nie wieder. War es Anfängerglück oder na ihr wisst schon.

Egal, ich habe also angefangen, das Projekt zu bearbeiten. Als es dann schon ziemlich weit fortgeschritten war und ich an einer Stelle nicht mehr weiter wusste, und immer wieder mit meiner Chefin darüber reden wollte, hatte sie nie Zeit oder den Kopf frei, sich um mein Projekt zu kümmern. Naja, ihr Mann hatte Krebs und ich verstehe, dass sie andere Sorgen hatte, war aber trotzdem Scheiße.

Gut, nachdem sie wieder zurück war im Labor mit ihrer Anwesenheit und auch mit ihrem Kopf, hatte sie endlich Zeit, sich um mein Projekt zu kümmern, aber anstatt sich die Ergebnisse anzuschauen und zu überlegen, was noch gemacht werden müsse, sollte ich alles für die Publikation zusammenstellen, obwohl ich der Meinung war, dass das Projekt noch nicht fertig war. Nun gut, was der Boss sagt, wird gemacht. Ihre Entscheidung, ihre Verantwortung. Hat sie mir ja auch am Anfang mal gesagt, dass sie will, dass ich tue, was sie will, weil ihr Name auf dem Paper steht. Gut, dann soll es so sein!!!

Also, haben wir das Paper geschrieben mit eigentlich zwei unvollständigen Projekten zusammengeschmissen. Das hatte schon einmal funktioniert und ist ein ziemlich erfolgreiches Paper geworden mit über 400 downloads. Aber dieses Mal hatte ich das Gefühl, dass es nicht funktionieren wird. Das heißt, eigentlich war ich überzeugt von meinem Projekt, aber irgendwie war es unvollständig. 

Ich wollte all die Ergebnisse eigentlich für zwei Papers vorbereiten. Das war von Anfang an meine Idee gewesen, so sah ich die Ergebnisse, es waren eindeutig zwei Projekte. Ich hatte sogar alles für zwei Publikationen vorbereitet. Nein, meine Chefin wollte alles zusammen haben. Wie gesagt, was sie will, wird so gemacht.

Nun wurde es schon das dritte Mal abgelehnt und jedes Mal werden die Reviewer's Comments schlimmer. Eigentlich um genau zu sein, wurde es das erste Mal nicht abgelehnt, sondern hätte resubmitted werden können,(das war sogar ein ziemlich gutes Journal ATVB impact factor 5 irgendwas) aber meine Chefin wollte nicht, weil sie Angst hatte, die Zeit würde nicht ausreichen. Also wurde es neu versendet and ein Journal, was ablehnt oder akzeptiert ohne Experimente. Dass das nicht angenommen werden würde, war klar. Und es gibt noch ein anderes Problem, es muss ein Journal sein, was keine Publikationsgebühren erhebt. Also sind wir ganz schön limitiert. Gut, Biochemical Journal hatte es abgelehnt. Also, umgeschrieben (das heißt hauptsächlich die Referenzen umgeschrieben, weil wir fügen ja Referenzen auch nicht mit Endnote ein, nein wir fügen sie mit Word mit der Referenzfunktion ein, machen copy paste von Pubmed und ändern die Referenzen dann so wie das Journal sie haben will mit der Hand - ich werde irre!!!!!) und neu verschickt an Journal of Lipid Research. Dahin wollte ich es von Anfang an, aber die nehmen neuerdings Gebühren, so war das nicht in der engeren Auswahl. Jetzt hat sie aber noch Geld aufgetrieben, weil unser Medizinstudent kein Student mehr ist sondern Intern und keine Zeit mehr hat neben dem Krankenhaus noch im Labor zu arbeiten und deshalb aufgehört hat.

So weit so gut, das Journal of Lipids hat es auch abgelehnt und die Reviewer's Comments waren am schlimmsten. Also brachte ich meine ursprüngliche Idee wieder an, das Paper zu splitten und uns auf die in vitro Daten zu fokussieren und die Mäuse nur als Bestätigung des Effekts zu zeigen. Sie war einverstanden mit der Bemerkung, dass sie die Sachen einfach nur noch publiziert haben will.

Okay, also habe ich alles umgeschrieben, gekürzt und neu formuliert und ihr geschickt. Bekomme ich heute morgen eine Email von ihr, wo sie mir mitteilt, dass sie immer dachte, ich sei besser, sich auf eine Sache zu fokussieren!!!!!!!!!!!!!!!! Bitte?????????????? Als ob ich irgendetwas zu sagen gehabt hätte in diesem ganzen Prozess. Die Dinge wurden immer alle so gemacht, wie sie sie wollte und wenn das nicht funktioniert, dann bekomme ich die Schuld dafür? Bitte versteht mich nicht falsch, sie ist echt die netteste Chefin, die es gibt und in keinem Labor war ich so erfolgreich wie bei ihr, aber das regt mich schon auf. Muss man eigentlich inkonsistent sein, um Chef zu sein (alle vorigen Chefs hatten die gleiche Eigenschaft, Inkonsistenz, d.h. jedesmal wenn man mit ihren sprach, wollten sie was anderes und das Alte galt nicht mehr. Das ist doch kein Plan!!!! Das ist kein fokussiertes Arbeiten!!! Das ist Bullshit!!! Muss man seine eigenen Fehler vergessen und die Schuld auf andere schieben? Muss man an seine eigene Unfehlbarkeit uneingeschränkt glauben, um erfolgreich zu sein???

Donnerstag, 1. Mai 2014

365 Tage ergeben ein Jahr: Ich suche, was ich finde!!!

365 Tage ergeben ein Jahr: Ich suche, was ich finde!!!: Ich suche, was ich finde! Ein Satz, den mein Sohn heute morgen von sich gegeben hat. Im Scherz, weil er mir nicht sagen wollte, was er sucht...

Ich suche, was ich finde!!!

Ich suche, was ich finde! Ein Satz, den mein Sohn heute morgen von sich gegeben hat. Im Scherz, weil er mir nicht sagen wollte, was er sucht. Aber mit der Anmerkung, es sei sein philosophischer Satz des Morgens, habe ich angefangen, darüber nachzudenken.

Auch wenn er Teenagerscherze mit mir machte, ist das auch seine Lebenseinstellung. Er ist zufrieden, mit dem was er hat, mit dem was er macht. Und wenn man sucht, was man findet, ist das der beste Weg zum Zufrieden- und Glücklichsein. Ist es nicht auch das, was die "wie wird man glücklich"-Bücher einem sagen. Man soll einfach glücklich sein und zufrieden und dankbar, mit dem was man hat. 

Einerseits stimmt das. Glücklichsein ist eine bewusste Entscheidung. Man kann sich dazu entschließen, Glücklichsein anstatt Traurigkeit zu wählen. So wie man positive Gefühle ausschalten kann, kann man auch negative Gefühle ausschalten. Auch wenn es viel schwerer ist, die negativen auszuschalten. Irgendwie haben die eine größere Macht als die positiven Gefühle. In positive Gefühle kann man nicht hineinfallen, man muss sie aufrechterhalten und sich immer wieder bewusst dafür entscheiden, sich positiv und glücklich zu fühlen. Ins negative Fühlen muss man sich nur hineinfallen lassen. Ist das Gefühl des Glücklichseins dann auch nicht soviel mehr wert, weil es soviel schwieriger ist, es zu erreichen und festzuhalten?

Ist es leichter, mit der Lebenseinstellung "Ich suche, was ich finde" glücklich zu sein? Mit allem zufrieden zu sein, was man hat, was man bekommt und das Beste daraus zu machen? Das ist die große Frage. Kann man mit dieser Lebenseinstellung überhaupt das große Glück jemals finden, erkennen und fühlen? Wenn man immer zufrieden und glücklich ist, gibt es keinen Unterschied in den Gefühlen und es gibt auch kein großes Glück sondern immer nur Zufriedenheit. Es gibt auch nichts, wofür man kämpfen müsste oder wollte, wenn alles gut ist, was man erreicht. 

Wir würden immer noch in Höhlen leben und Beeren sammeln und rohes Fleisch essen, wenn es nicht Menschen gegeben hätte, denen das nicht genug war. Die mehr wollten, nach Größerem und Besserem gesucht hätten. Die Unzufriedenen sind die, die uns voranbringen, nicht die JedenTagZufriedenen. Die Zufriedenen sind immer zufrieden, alles ist gut, nichts fehlt, die verlangen nicht nach Verbesserung, nach Fortschritt. Nur die Unzufriedenen sind diejenigen, die die Welt vorantreiben. Also ihr "auch wenn es regnet, scheint die Sonne" Positiven lasst uns Unzufriedenen unzufrieden sein über die Welt, so wie sie ist, und versucht uns nicht immer wieder einzureden, wir müssten einfach immer nur zufrieden sein, mit dem was wir haben.
Es stimmt, dass die Sonne auch scheint, wenn es regnet, es sei denn es ist Nacht, aber die Sonne scheint dann nicht genug. Das ist unsere Lebenseinstellung. Und auch wenn uns diese Lebenseinstellung manchmal traurig macht und manchmal sogar depressiv, gibt es in unserem Leben immer Raum für Veränderung und Verbesserung und vor allem für die ganz großen Gefühle des Glücks und aber auch der Traurigkeit. Das bedeutet Leben für die Unzufriedenen, wir suchen nach dem ganz großen Gefühl des Glücks und können erst zufrieden sein, wenn wir das gefunden haben und wenn es dann vorbei ist, das große Gefühl des Glücks, müssen wir es nochmal suchen und so geht das immer wieder und immer wieder bis zum Schluß. Es geht nicht anders, wir sind so geboren, es ist in unseren Genen, wir können nichts dagegen tun, auch wenn es manchmal lästig ist. 

Kann man unzufrieden und trotzdem glücklich sein? Das kann man wohl!!!! Dazu muss man sich einfach selbst akzeptieren, sich eingestehen, dass man zu denen gehört, die nie mit dem zufrieden sein werden, was sie haben und immer auf der Suche nach Mehr und Besser sind. Das ist unser Leben! Und wenn wir uns und unser Leben so akzeptiert haben, wie wir und unser Leben ist, dann steht dem Glücklichsein nichts mehr im Weg. Dann kann man zwischendurch auch mal das akzeptieren, was man gefunden hat. 

Samstag, 26. April 2014

Das ist mein Leben

Das ist mein Leben, so wie es jeden Tag ist, das ist mein Leben. Das ist mir heute klar geworden. Und egal, was ich tue, es wird sich nichts ändern. Alles wird so bleiben, wie es ist, weil ich so bin, wie ich bin und weil mein Leben genau so ist, wie es ist. Das war wohl die Erkenntnis, zu der ich gelangen musste.

Irgendwie hatte ich das schon lange gedacht, aber nie so bewusst wahrgenommen und verstanden. Seitdem mir das klar wurde vor ungefähr einer Stunde innerhalb von einer Sekunde geht es mir soviel besser. Meine Samstags-ich bin alleine und einsam-Depression ist verschwunden und ich habe das Vertrauen, dass alles so passieren wird, wie es richtig ist für mich und mein Leben. Das ist wohl das, was die Religiösen Gottvertrauen nennen.

Seit sovielen Jahren erzählen mir die Leute, ich müsse dies oder das doch einfach anders machen. Und ich wusste immer, dass das Quatsch ist, habe aber trotzdem jahrelang versucht, mein Leben zu ändern und jemand anderes zu sein. Das machte mich nur noch trauriger und gab mir das Gefühl, der größte Versager aller Zeiten zu sein in allen Lebenslagen, privat und beruflich. Und ich hatte ja auch versagt, in all den Versuchen, jemand anderes zu sein, hatte ich versagt. 

Jetzt weiß ich, ich bin was ich bin und man muss das akzeptieren. Ich muss mich akzeptieren und die Anderen müssen mich akzeptieren. Das ist wohl die wichtigste Erkenntnis, die man im Leben machen muss. Und die schwierigste Aufgabe, die man bewältigen muss. Sich selbst zu akzeptieren und sein Leben so anzunehmen, wie es ist. Zu akzeptieren, dass sich nichts ändern wird, weil sich nichts ändern kann, weil man sich selbst nicht ändern kann. 

I am what I am
https://www.youtube.com/watch?v=Sd6pRP081cs


Und wie kam ich nun darauf innerhalb von einer Sekunde ausgerechnet heute? Davon mal ganz abgesehen, dass Erleuchtungen immer von einer Sekunde auf die andere kommen, hat mein Sohn den Ausschlag gegeben. Weil ich glaube, dass unser Leben einfach nur tot und langweilig ist, habe ich zu ihm gesagt, dass er bei seinem Vater ein besseres Leben hätte. Er fragte mich, dann ob ich wolle, dass er zu seinem Vater ziehen würde, und als ich meinte, dass ich das nicht wolle, sagte, er dass sein Leben auch besser wäre, wenn er reich wäre und es ist einfach so wie es ist, er sei jetzt hier. Das war alles, ein einfacher Satz gepaart mit einem leichten Schulterzucken, dass er einfach hier sei.

Was gäbe ich darum, mit dieser Gelassenheit ausgestattet zu sein. Aber gut, ist halt nicht in meinen Genen und das bin nicht ich. Ich bin halt anders und so ist es.

Dienstag, 22. April 2014

Ein beschissenes Date (2)

17.04.14 Ich hatte schon echt beschissene Dates, aber mit soo einem unangenehmen Menschen habe ich mich noch nie getroffen. Und nach 20 Minuten habe ich das Date abgebrochen.

Kennengelernt hatten wir uns auf Loveme.co.il. Er hatte mich angeschrieben und ich antwortete ihm, dass ich nicht interessiert sei, weil er erst 33 war. Das ist mir echt zu jung. Er fragte mich, ob wir nicht trotzdem wenigstens einen Kaffee trinken gehen könnten. Ich antwortete ihm, das sei okay, aber würde nichts an meiner Meinung ändern. 
Er schlug ein Café vor, was sowieso auf meinem Weg nach Hause lag. Also willigte ich ein. Was hatte ich schon zu verlieren. Hatte ein bisschen über ihn gelesen, dass er ein Büro hatte für Altersvorsorge. Klingt doch spannend, oder (gähn)?

Naja, als ich ankam am verabredeten Ort rief ich ihn an und musste noch ungefähr fünf Minuten auf ihn warten. Das nervte mich schon, war er ja nicht mein auserwähltes Date. Plötzlich rief mich jemand von hinten. Hatte der mich von hinten erkannt oder sah ich so verzweifelnd wartend aus oder er hatte einfach kein Benehmen. Letzteres sollte dann zutreffen. Ich schaute ihn an und dachte bei mir, gut dass ich in spätestens einer Stunde wieder gehen muss. Er gab mir die Hand so als wären wir Geschäftspartner und in einer Geschwindigkeit, der ich nicht folgen konnte, rannte er zu seinem Auto, und ich lief ein bisschen dumm hinter ihm her ohne zu wissen, was er in seinem Auto suchte. Vielleicht wollte er mich ja damit beeindrucken? Tat er aber nicht, war noch nie von Autos beeindruckt und besonders war sein Auto nicht. Vielleicht würde mich ja ein Mercedes Zweisitzer Cabrio beeindrucken oder ein Audi Cabrio, aber irgendein schwarzes Auto...naja!!!

Auf dem Weg zurück zum Café fragte er mich, was ich machen würde. Ich sagte ihm, dass ich forschen würde. Was ich denn forschen würde, bei der Polizei oder im Labor? Das war das erste Mal, dass mich jemand sowas fragte. Normalerweise fragen sie, auf welchem Gebiet oder irgend sowas. Ich wollte schon gehen. Er lief voran ins Café hinein in den Garten, schmiss seinen Schlüssel auf einen Tisch und dort hatten wir dann zu sitzen. Als die Kellnerin mit der Karte kam, fragte er mich, ob ich schon wisse, was ich wolle. Na zum Glück fühlte mich ja gar nicht gehetzt ;-) und bestellte einen Cappuccino. 

Er redete und redete Zeugs, was mich nicht interessierte. Und die ganze Zeit guckte mich so eine schwarze Sonnenbrille an. Er fragte mich, wie viele Kinder ich hätte, wie alt mein Sohn wäre. Und nachdem ich ihm geantwortet hatte, erzählte er mir, dass er eine Tochter hätte, die 4 Monate sei. Aber er hätte die Mutter verlassen, weil das nichts für ihn wäre, die Mutter nicht und auch nicht mit dem Kind. Na, da war er ja bei mir bei der richtigen Adresse. Männer ohne Verantwortungsbewusstsein mochte ich besonders gern. Das hätte er sich ja wohl auch vorher überlegen können, dass er keine Kinder wollte mit dieser Frau. Warum hat er die denn geheiratet, wenn sie nichts für ihn ist und ihr dann auch noch ein Kind gemacht? Ich sagte gar nichts dazu. Mir war nur klar, dass das jetzt hier der Moment war, wenn es mir vorher nicht schon klar gewesen wäre, wo ich endgültig beschloss, dass ich diesen Menschen nicht weiter kennenlernen wollte, nicht nur, weil er äußerst unangenehm war sondern auch wegen dieser Einstellung. Er sagte mir noch, dass sie ziemlich sauer auf ihn sei und ich meinte nur, ich könne sie verstehen, dem stimmte er mir zu. Wenigstens hatte er sie nicht gleich aus der Wohnung geschmissen, sondern war selbst ausgezogen, aber nur bis sie was Neues gefunden hätte. Was für ein Arsch!!! Er erzählte mir das alles und erhoffte sich Verständnis von mir? Oder war er so von sich überzeugt, dass er richtig gehandelt hätte, dass er mir das deshalb alles so erzählte. Musste ihm doch klar sein, dass mich das nicht beeindruckte. 

Ich bat ihn, seine Sonnenbrille abzunehmen, weil ich ihn gar nicht sehen konnte. Er tat es und setzte sich um, weil die Sonne ihn blendete. Das verstand ich ja, aber trotzdem. Dann erzählte er mir, dass er ein Büro für Altersvorsorgeversicherungen hätte. Ich erinnerte mich jetzt daran, dass ich das gelesen hatte. Und dass das total interessant sei, denn er müsse von allem etwas sein. Ein bisschen müsse er sich mit Finanzen auskennen, er müsse ein bisschen Psychologe sein, ein bisschen Arzt und was weiß ich, was er noch alles meinte, was er sein müsse. Ich fragte mich, wenn er doch soviel mit Menschen zu tun hatte und alles ein bisschen sein müsse, warum er so schlecht mit Menschen umgehen konnte, weil mit mir jedenfalls zeigte er keinen guten Umgang und genauso wird er sich auch seinen Klienten gegenüber verhalten. Da bin ich mir sicher. Kein Anzeichen von Selbstwahrnehmung.

Er meinte dann zu mir, dass mein Job total langweilig sein müsse. Er hatte mal von einem Wissenschaftler gehört, der hätte 30 Jahre lang irgendwas im Sand gesucht und dafür einen Nobelpreis bekommen...lol!!! Wollte er mich eigentlich auch wieder loswerden? Ich antwortete ihm, dass ich seinen Job auch langweilig finden würde. Das hätten ihm wohl schon viele gesagt. Aber das ich nicht jeden Tag dasselbe machen würde. Und dann erklärte er mir, dass jeder das machen würde, was er machen wolle, es sei denn, man hätte keine andere Wahl. Ich fragte ihn, ob er meine, ich hätte keine andere Wahl? Nein, mich meinte er nicht, sondern die Leute, die z.B. im Supermarkt an der Kasse sitzen. Naja, er ist erst 33, macht in Versicherungen und glaubt, ein Allroundgenie zu sein.

Ich wollte von ihm wissen, warum er mich denn eigentlich treffen wollte, wo ich doch eigentlich schon gesagt hätte, dass ich wegen seines Alters nicht interessiert sei. Ich fügte noch dazu, ob er dachte, wir treffen uns kurz zum Kaffeetrinken und hätten dann Sex? Naja, dass er darauf nicht ja antworten würde, war schon klar, aber das war wohl trotzdem die Intention, oder vielleicht war ihm einfach nur langweilig. Er fragte mich, was ich denn suche, welche Art von Beziehung und die Antwort eine stabile Beziehung war ihm nicht genau genug, womit er ja irgendwie recht hatte, denn Friends with Benefits kann auch stabil sein, wenn es immer um die gleiche Zeit, am gleichen Ort mit derselben Person stattfand. Ich präzisierte also meine Aussage, dass ich eine Beziehung suche, die im wenigstens Zusammenleben endete, denn alles andere sei nur Friends with Benefits. Im Hebräischen gibt es auch ein bestimmtes Wort dafür. Er lachte dann über mich, sagte, dass mein Hebräisch nicht so richtig was wäre, dass ich aber dieses Wort kennen würde. Daraufhin sagte ich ihm, dass ich nicht glaube, dass wir uns auf welcher Ebene auch immer verbinden könnten. Daraufhin gab er mir die Hand und sagte Auf Wiedersehen. Und ich ging. 

Mittwoch, 9. April 2014

Radioaktiver Tritiumangriff

Heute gab es einen radioktiven Spillout aus der Tüte. Der ganze Fussboden war voll mit radioaktivem Medium. Irgendjemand hatte Flüssigkeit in den Abfallsack getan und eine Pipette hatte den Sack zerrissen und die Flüssigkeit war ausgelaufen und der nebenstehende Karton mit den Biohazardtüten hatte sich zu einem Drittel vollgesogen. Und unsere Diva des Labors machte einfach ihr Experiment an einer anderen Stelle weiter. Und die, die verantwortlich ist für die Sicherheit im Labor kümmerte sich nicht.

Naja, um fair zu sein wusste sie davon noch nichts zu diesem Zeitpunkt. Da kein anderer da war, kippte ich eine halbe Flasche Decon auf den Spillout und lief zu unserer Laborchefin, die das an die Verantwortliche für Sicherheit im Labor weitergab. Die schrie erstmal wieder rum, wie sowas passieren könne. Musste sie jetzt mal für fünf Minuten was tun, nämlich jemanden anrufen und das verursachte schon wieder maximalen Stress. Zwischendurch schrie sie immer mal wieder rum, dass wir das doch wegwischen müssten. Nun, sie ist schwanger. Das sie das nicht anfassen will, ist mir schon klar. Aber dieser Ton von ihr...Und wie dann die Diva und sie zusammen darüber tratschten, wer sowas wohl machen würde, Flüssigkeit in den Abfallsack zu geben. Von ihnen würde das ja wohl keiner machen. Also muss das ja dann wohl ich gewesen sein!!! Dumme Kühe. Alle Beide. Dann meinte die Diva auch noch, sie hätte Decon draufgekippt - Bitte??? Ich war das ja wohl gewesen!!!

Irgendwann kam jemand von der Gebäudesicherheit. Der meinte, er müsse das Labor schliessen, weil sie nicht wüssten, was das für ein Stoff sei, der da ausgeschüttet wäre und das wären die neuen Richtlinien. Nun, das war ein bisschen übertrieben, da das nur Tritium war, was da in einem Raum auf dem Boden verteilt war. Tritium strahlt nicht und es war in einem geschlossenen Raum. Aber die neuen Richtlinien waren richtig.

Vor ungefähr einem Jahr haben mal die Dumpfbacken der Materialauslieferung eine Flasche mit Xylen vor der Tür unseres Labors fallen lassen und anstatt irgendjemandem Bescheid zu sagen, riefen sie nur den Professor an, der den gefährlichen Abfall einsammelt. Bis der kam, hatten wir alle schon kräftig Xylen eingeatmet und eine Kollegin von mir stand mitten in der Suppe und die Sohlen ihrer Schuhe waren verätzt. Zu diesem Zeitpunkt verliess ich das Labor und meinte zu den Anderen, dass ich nicht bleiben würde und dass sie mitkommen sollten. Das taten sie aber nicht. Im Gegenteil, sie halfen noch dabei, alles wegzuwischen. Und natürlich ohne Maske. Nachdem eine Stunde später alles aufgewischt war, konnten wir ins Labor zurück, aber trotz der offenen Fenster hing der Geruch des Xylens noch für den Rest des Tages in der Luft und für mehrere Stunden hatten wir das eingeatmet. Eine Kollegin von mir meinte, sie hätte Halsschmerzen und es ginge ihr nicht gut. Zwei Tage später ging es mir auch nicht gut, also stiftete ich alle an, zum Arzt zu gehen. Das hatte dem Technion eine Menge Geld gekostet, vier Leute in der Notaufnahme. Aber danach änderte sich plötzlich alles. Es wurden Plakate aufgehangen, was zu tun sei, wenn etwas auskippt, wen man anrufen könnte, müsste, sollte und es gab auf jedem Flur einen Eimer mit Sand für den Fall, etwas würde am Abend passieren und für die schnelle Hilfe. Und plötzlich gibt es auch regelmässige Belehrungen über die Sicherheit am Arbeitsplatz. 

Naja, zurück zu heute. Ein paar Minuten später kam die Tante von der Strahlensicherheit und wischte alles auf. Dann mussten wir die Strahlung auf dem Boden messen und da sie noch über dem zugelassenen Wert war, mussten wir nochmal mit Decon drüber. Aber was soll ich Euch sagen, wieder hat sich keiner bewegt!!!! Also habe ich das wieder gemacht, habe Decon draufgeschüttet, Papier draufgetan, und alles für ein paar Stunden einwirken lassen. Habe es dann später aufgewischt, und einen Wischtest gemacht. Bin zum Strahlenmessgerät gegangen, habe die Strahlung gemessen, im Labor angerufen und Bescheid gesagt, dass die Strahlung bei 5 cpm sei. War noch zu hoch, und es musste nochmal gewischt werden. Als ich eine halbe Stunde später zurückkam, hatte das KEINER gemacht. Und die dumme Nuss, die eigentlich für die Sicherheit im Labor verantwortlich ist, hatte sich keinen Millimeter bewegt!!!! Hatte noch nicht einmal irgendjemandem gesagt, dass nochmal gewischt werden müsse. Wozu hatte ich denn angerufen? Was ist nur los mit dieser Frau??? Irgendwas stimmt mit der nicht. Ganz sicher. Alles geht ihr sosehr am Arsch vorbei, es sei denn, es geht um sie. Dann schreit sie alle zusammen, dass man so nicht arbeiten könne und dass sich keiner um irgendwas kümmern würde, wenn z.B. irgendwelche Dinge nicht bestellt worden waren, die sie gerade dringend benötigte, die sie aber auch vorher alle gemacht hatte und nicht Bescheid gesagt hatte, dass das neu bestellt werden muss oder wenn sie 600 Real times geplant hat und nicht vorher kontrolliert hatte, ob genug reverse transkriptase vorhanden war oder Reaction Buffer für die Real time (das muss keiner wirklich verstehen). Sie erwartet, dass die Welt sich um sie dreht, aber sie dreht sich nur um sich selbst. Aber so ist das mit diesen Leuten, die erwarten, dass die Welt sich um sie dreht.  

Ich frage mich, ob sie mit ihrem Mann auch so umspringt und wenn ja, warum der sich das gefallen lässt? Und wie kann es sein, dass der es mit ihr aushält bzw.sie überhaupt geheiratet hat. Das frage ich mich andauernd, wenn sie hier rumschreit. Manchmal spricht sie auch einfach nur laut. Das hört sich dann auch wie Schreien an. Ich bekomme Kopfschmerzen davon von solchen Leuten. Und der arme Mann bringt das fette Geld nach Hause und muss zweimal in der Woche um fünf aufstehen, damit er früh nach Hause kommt, um sich um die Kinder zu kümmern. Ich meine, ich verstehe das schon, dass frau nicht alleine dafür verantwortlich sein will, aber ich habe inzwischen gelernt, dass man nicht alles im Leben haben kann. Und der, der weniger verdient, muss sich halt mehr um die Kinder kümmern, sonst funktioniert das nicht mit den zwei Autos, den dreimal im Jahr auf Kurzurlaube mit dem Mann fahren und die neue Wohnung für 1.5 Millionen (Shekel zwar, aber das muss ja auch erstmal verdient werden) und der Putzfrau und dem Bioessen und den Gardinen fürs Kinderzimmer für 200 Euro. Aber das geht mich alles nichts an. Ich frage mich das alles immer nur, weil...

Damals als sie aus dem Schwangerschaftsurlaub zurückkam vor anderthalb Jahren hatte sie mich ganz persönlich ständig angeschrien, mindestens einmal in der Woche. Zuerst hatte sie mich angeschrien, weil ich angeblich IHR Mausfutter verbraucht hätte. Das Futter, was mir jemand anderes gegeben hatte und wo auf dem Karton auch nicht ihr Name stand!!! Also woher sollte ich wissen, ob das ihr Futter war und dass ich sie hätte anrufen müssen. Diese Idee stand noch nicht einmal im Raum. Das nächste Mal schrie sie mich an, weil ich etwas, nachdem ich es benutzt hatte, abgewaschen hatte, und es noch neben der Spüle stand. Ich hätte immer alles zurückzubringen, wo es hingehört. Das sagt sie MIR??? Die Frau, die alles an ihrem Platz akkumuliert und NIE irgendetwas irgendwohin zurückbringt. Das letzte Mal auf einer Konferenz in Eilat sass sie neben mir und borgte sich meinen einzigen Stift. Und anstatt ihn mir wiederzugeben, legte sie ihn neben sich, so dass ich sie nach MEINEM Stift fragen musste. Irgendwas stimmt mit ihrem Gehirn nicht. Entweder ist das schon beginnende Alzheimer, dass sie wirklich alles ganz schnell vergisst oder sie vergisst alles so schnell, weil ihr alles einfach total egal ist.

Naja, der Spillout ist beseitigt. Die Flasche mit dem Sand, wohin die Flüssigkeiten entsorgt werden, war nicht richtig verschlossen gewesen. Deswegen waren die Flüssigkeiten aus der Flasche gelaufen und dann hatte die Pipette die Tüte zerrissen und alles war ausgelaufen. Zum Glück war es nur Tritium, was nicht so gefährlich ist, nur trinken sollte man es nicht. Und morgen gibt es wieder einen neuen Tag mit der Diva und der Verrückten.

Und ich hoffe, das wird sich jetzt nicht auf mein Karma auswirken, dass ich mich über die Beiden, vor allem die Eine so böse ausgelassen habe.