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About Shoes and Men and the imperfect Perfections

Actually I am pretty satisfied with me, myself and I and with my life apart from the occasional small dissatisfactions of every day li...

Sonntag, 3. August 2014

Barrieren Liebe zu finden

Es ist nicht deine Aufgabe nach Liebe zu suchen, sondern all die Barrieren in Dir, die Dich davon abhalten Liebe zu finden, zu lösen.

Diesen Satz habe ich neulich in meinen Emails gefunden und er hat mich tief beeindruckt genauso wie ein anderer Satz, den ich heute gelesen habe in einem Forum, in dem es um die Frage ging, wie man loslässt von einer alten Liebe und dem Trennungsschmerz. Dieser Satz lautete:

Der einzige Weg zur Heilung deines Herzens ist zu lernen wieder zu lieben.

Ich verändere den Satz ein bisschen zu: 

Der einzige Weg zur Heilung deines Herzens ist zu lernen zu lieben.

Dieser Satz hat mich nicht nur beeindruckt, er war für mich wie eine Offenbarung. Dieser kleine Satz hat mich in ein paar Sekunden verändert und er wird mein ganzes Leben verändern.

Von nun an werde ich mich trauen zu lernen zu lieben und nicht mehr davonlaufen vor den Gefühlen. Schreibe diesen Satz und bekomme sofort Angst. Schreibe diesen Satz und beschließe mich nicht mehr von der Angst beeindrucken zu lassen.

Lieben lernen bedeutet Egoismus aufzugeben, die alten Verletzungen in der Schublade zu lassen, jeden Menschen als neuen Menschen zu betrachten und ihn nicht mit den Menschen aus der Vergangenheit zu vergleichen, ihm den Vorteil des Zweifels zu geben, d.h. Dinge zu hinterfragen und nicht irgendetwas Negatives anzunehmen ohne es wirklich zu wissen, sich nicht in sich selbst zu verkriechen sondern zu reden, den Menschen mit Freude und Neugier entgegen zu treten und nicht mit Ressentiments.

Liebe lernen heißt auch, sich selbst lieben zu lernen. Das beinhaltet sich zu verzeihen, immer wieder aufs Neue, jeden Tag. Aber das bedeutet nicht, sich selbst über andere zu stellen und jeden Tag ein bisschen mehr von sich selbst preis zu geben, sich der Welt jeden Tag ein bisschen mehr zu öffnen. Und so baut man dann wohl auch die Barrieren ab?!

Revelation

Kennt jemand dieses Gefühl, wenn man feststellt, dass man es selbst wirklich verkackt hat, weil man das Spiel falsch gespielt hat. Aber dieses Gefühl gepaart mit dem Gefühl, dass man es beim nächsten Mal besser machen wird?

Ich meine, hoffentlich werde ich es beim nächsten Mal besser machen. Ich neige ja dazu, ein bisschen wahnsinnig zu sein. Weil Ihr wisst, die Definition von Wahnsinn ist, wenn man immer wieder das Gleiche macht und hofft, dass man ein anderes Ergebnis bekommt.

Aber so langsam fange ich an zu verstehen. Dass die Anderen auch verletzlich sind und Gefühle und Emotionen haben, und dass auch ich diese verletze. Und obwohl ich jedesmal, wenn ich das Gefühl hatte, es verkackt zu haben und mir ganz fest vornahm es beim nächsten Mal besser zu machen, es doch immer wieder genauso machte. 


Immer noch nicht gelernt, diesen einen Weg nicht zu gehen, weil dieser Weg immer wieder in der gleichen toten Ecke endet, eine Sackgasse an deren Ende Schmerz, Tränen, Verlust und Selbstmissachtung stehen. Wie oft muss das denn noch wiedeholt werden? Solange bis man es endlich gelernt hat denselben Fehler nicht immer wieder zu machen. Einfach mal einen anderen Weg zu gehen. Nicht immer wieder den gleichen. Warum sollte denn irgendetwas plötzlich anders sein? 

Was ist die Moral dieser Geschichte:
Man muss einfach mal einen anderen Weg gehen!!!

Samstag, 2. August 2014

Nur die Zeit kann heilen

Nur die Zeit kann Wunden heilen. Keine gutgemeinten Ratschläge und kein Wille. So wie die physischen Wunden Zeit brauchen um zu heilen, so brauchen Wunden des Herzens oder der Seele Zeit zu heilen.

Niemand würde jemals auf die Idee kommen jemandem, der z.B. ein gebrochenes Bein hat, einen guten Rat zu geben und zu erwarten, dass das Bein dann nicht mehr gebrochen sei. Nein, man erwartet nicht, dass eine physische Wunde durch guten Rat oder einfach nur durch den Willen geheilt wird. Aber wenn das Herz oder die Seele verletzt sind, dann kommen die guten Ratschläge nur so durch die Luft gesegelt. Warum? Warum verstehen Menschen nicht, dass das Herz und die Seele genauso wie ein gebrochenes Bein Zeit brauchen um zu heilen.

Man hilft dem Körper eine physische Wunde zu heilen, in dem man Salben draufschmiert, einen Verband anlegt, Gips rumlegt, sie zunäht usw. Aber das ist nur Hilfe zur Selbsthilfe. Der Körper heilt sich selbst. Jeder akzeptiert das. Keiner erteilt dem Körper gute Ratschläge.

Nur wenn die Seele verletzt ist, kommt jeder mit guten Ratschlägen daher, die alles nur noch schlimmer machen. Dann kommt nämlich zu der Verletzung das schlechte Gewissen dazu, dass man unfähig ist, einfach weiterzumachen ohne traurig zu sein, dass man zu blöd ist glücklich zu sein, dass man nicht einfach nur nach vorne schauen kann. Aber das ist nicht so. Man ist nicht zu blöd glücklich zu sein, oder nicht einfach nur nach vorne zu schauen. Man ist verletzt, man hat eine Wunde und die braucht Zeit um zu heilen, je nachdem wie tief diese Wunde ist.

Das heißt nicht, dass diese Wunde nicht auch heilen wird, und dass Gesellschaft und Ablenkung nicht helfen können, diese Wunde schneller zu heilen, genauso wie eine Salbe dem Schnitt in den Finger hilft schneller zu heilen. Aber gute Ratschläge sind als würde man einen Faden aus der OP-Narbe reißen oder gegen das gebrochene Bein schlagen. Sie fügen nochmal Schmerz zu und vergrößern die Wunde noch ein bisschen mehr. 

Und man setzt sich auch selbst unter Druck, dass man nach vorne schauen muss und dass man sich jetzt sofort besser zu fühlen hat. Und dass man sich nicht so gehen lassen darf. Besser man erlaubt sich die Zeit, die es braucht um zu heilen. Sonst reißt die Wunde immer wieder auf und heilt nie ganz. Das gehört zum Loslassen dazu. Man muss auch loslassen, die Wunde sofort schließen zu können. Vielleicht gibt das die Möglichkeit zu heilen.

Donnerstag, 31. Juli 2014

Wir müssen immer etwas tun

Eine Woche lang war ich nicht im Fitnesscenter. Ich war müde und erschöpft und mein Knie tat mir weh und ich dachte, ich müsse mal Pause machen und mich erholen.


Das war leider total falsch gedacht. Denn gestern überkam mich die Depression. Nachdem sich ein Bekannter/Freund bei mir gemeldet hatte und mir erzählte, dass er deprimiert sei und dass alles nicht so laufen würde, wie er es gerne hätte, dass er alleine in Haifa sei und keine Freundin hätte und blablabla...

Es ist immer das Gleiche, wenn wir deprimiert sind. Jeder erzählt die gleiche Leier, aber auch wirklich jeder, ich natürlich auch. Immer das Gleiche...keine Liebe (was bei den Männern meistens darauf hinausläuft, dass es eigentlich darum geht, keinen Sex zu haben), kein Geld, kein schönes Leben...

Und je mehr wir uns dareinfallen lassen, umso schlimmer wird es. Und das ist auch der Teufelskreis mit der Depression oder sagen wir mal mit dem deprimiert sein. Die Depression zieht uns hinab in ihre dunkle Welt und macht es uns total schwer, wieder aufzustehen und aktiv zu werden. Und je weniger aktiv wir sind, umso deprimierter udn kraftloser werden wir. Aber Aktivität ist die einzige Methode, um die Depression wieder loszuwerden. Von klinischen Depressionen rede ich natürlich nicht. Da kenne ich mich nicht aus, aber mit diesem Gejammer sehr wohl.

Nun, ich bin ja ein sehr ehrlicher Mensch. Und sage den Leuten, wenn ich glaube, sie müssten es hören, die volle Wahrheit, also meine Wahrheit natürlich, was ich denke, was richtig ist. Ich sagte ihm, er müsse sich einen Job suchen und wieder anfangen zu essen. Weil so wie er jetzt gerade drauf sei, würde er keine Freundin finden und auch seinen Sohn nicht sehen.

(Das ist eine Nebengeschichte, die wie er meint die Depression verursacht. Nun, er hat einen Sohn und ist nicht mit der Mutter zusammen, haben sich getrennt, als sie noch schwanger war. Sie ist natürlich sauer und will nichts mit ihm zu tun haben - ich kann das gut verstehen. Außerdem zahlt er auch keinen Unterhalt, sie reagiert darauf, dass sie ihm nicht erlaubt, seinen Sohn  zu sehen - auch das verstehe ich gut, obwohl es für das Kind natürlich nicht gut ist. Davon abgesehen, dass er sowieso kein Geld hat, will er auch nicht zahlen, weil sie ihm ja nicht erlaubt, das Kind zu sehen - Teufelskreis!!!! aus dem er nur rauskommt, in dem er einsieht, dass er bezahlen muss und so langsam Vertrauen gewinnen muss. Er muss sich bemühen!!! Und zu allem sagt er, dass er das weiß.)

Naja, ich erzähle ihm also alles, was ich denke und sage ihm immer wieder, dass er einen Job finden muss. Das ist das Wichtigste, irgendeinen, einfach nur um Geld zu haben. Und in dieser Zeit kann er dann einen richtigen Job finden. Ich sage ihm auch, dass er in diesem Zustand, in dem er sich gerade befindet, keine Freundin finden wird, weil Frauen  keine Versager wollen (ich habe natürlich nicht das Wort so benutzt, habe es nett umschrieben). 

Man, ich verstehe das nicht. Er ist in einem Kibbutz aufgewachsen. Da denkt man doch immer, die Kibbutzniks wären so harte Kerle, aber wie es scheint, traf das nur auf die alte Generation zu. Die neue Generation ist vielleicht zu verwöhnt, weil der Kibbutz sich um alles kümmert und alles regelt. Aus einem Kibbutz auszubrechen, ist wohl wie aus einer religiösen Familie auszubrechen. Man verliert den Halt und ist plötzlich auf sich selbst gestellt. Und das verunsichert und macht Angst und Depressionen. Blöd nur, wenn man erst mit Ende 30 lernt, dass das Leben kein Rosengarten ist, aber besser spät als nie.

Außerdem hatte ich bei all dem Gejammer auch ein Déja vu. Hatte ich doch vor zwei Jahren nicht schon mal so einen Depribolzen fast täglich in mein Telefon heulend, weil mit seiner Freundin, die wegen ihm aus Russland kam und die er dann bat, aus der gemeinsamen Wohnung auszuziehen, Schluss war. Der hatte es auch nicht verstanden, dass er eigentlich der Arsch war. Man holt doch nicht jemanden aus dem Ausland zu sich, um sie dann mit ihrem Kind aus der Wohnung zu schmeißen ohne ihr zu helfen und noch zu erwarten, dass sie die Beziehung rettet und ihm sein Leben regelt. Arme Frau. Auch armer Mann, wenn man sein Leben nicht auf die Reihe kriegt.

Soweit, so gut. Nach dem Deprigespräch am Telefon hat mein Karma sofort geantwortet. Hatte ich doch sofort auch meine Leichtigkeit verloren als ein Bekannter/Freund von mir anrief und irgendwie kamen wir auf das Thema, dass ich alleine sei und keinen Partner hätte, was mich total traurig machte. Bis ich ihm sagte, dass ich dieses Gespräch jetzt beenden wolle. Später rief er nochmal an, um mir zu sagen, dass ich toll sei und er verrückt sei nach mir. Naja, was habe ich davon? Er ist verheiratet!!! Hatte ich noch vor ein paar Tagen gedacht, was soll's. Geniesse einfach, was Du von ihm kriegen kannst, denke ich jetzt wieder, dass doch alles Scheiße ist.

Deswegen muss ich unbedingt heute abend wieder ins Fitnesscenter gehen, um diesen Depridämonen aus meinem Kopf zu rauszuschmeißen. Was hat der da auch zu suchen? Nistet sich einfach ein, ohne mich zu fragen. Nutzt jede noch so kleine Nanosekunde, in der ich nicht aufpasse, um sich reinzuschleichen und festzusetzen.
Deshalb müssen wir jeden Tag sehr wachsam sein, den Depridämonen nicht ins Haus zu lassen, denn der ist extrem gefährlich!!!

Mittwoch, 25. Juni 2014

365 Tage ergeben ein Jahr: Ey, neidische Menschen

365 Tage ergeben ein Jahr: Ey, neidische Menschen: Wie ich sie hasse die neidischen Menschen. Wie sie nerven, die neidischen Menschen. Vor allem wenn sie es nicht direkt zugeben, dass sie auf...

Ey, neidische Menschen

Wie ich sie hasse die neidischen Menschen. Wie sie nerven, die neidischen Menschen. Vor allem wenn sie es nicht direkt zugeben, dass sie auf irgendwas neidisch sind sondern es subtil von sich geben, in dem sie sich über einen lustig machen oder einen klein machen. Lasst Euch von solchen Menschen nicht beeindrucken, die sind einfach nur neidisch, würden es aber nie zugeben, weil sie es meistens selbst nicht wissen.

Und nun die kurze Geschichte. Morgen fahre ich auf eine Konferenz in Jerusalem und werde dort auch einen Vortrag halten. OMG, in all meinen 13 Jahren, die ich nun schon durch die Wissenschaft dümpele, wird das mein 4. Vortrag sein. Was für ein riesengroßer Erfolg. 

Naja, der kleine Medizinstudent aus unserem Labor, naja inzwischen ist er ja schon ein großer Arzt im Praktikum, machte diese Bemerkung als ich ihn letztens traf: "Na große Wissenschaftlerin, Nicole. Wirst einen Vortrag halten in Jerusalem." Ich habe ihn geantwortet: "Ja, das habe ich ja wohl auch verdient, oder?" 

Was soll man auch anderes dazu sagen. Er ist neidisch und ich lass mich davon nicht mehr beeindrucken. Und ganz ehrlich, es ist gut, wenn Menschen neidisch sind, das bedeutet nämlich, dass man selbst etwas erreicht hat, was sie nicht haben aber gerne hätten. Je mehr Neider man hat in seinem Leben umso besser. Aber bloss nicht von denen beeindrucken oder runterziehen lassen.

Einfach weiter seinen Weg gehen, den richtigen guten Weg gehen. Neider sind Verlierer, die nicht wollen, dass andere erfolgreich sind, wenn sie es selbst nicht sind. Weil wenn sie nämlich selbst erfolgreich wären und auf etwas stolz wären, müssten sie auf andere nicht neidisch sein.

Und wenn man selbst mal neidisch wird. Ganz schnell erkennen und aufhören damit, mit dem Neid. Besser sich zusammenreissen, analysieren, was man besser machen muss, um erfolgreich zu sein und jeden Tag seine Hausaufgaben machen und sich jeden Tag ein kleines bisschen über seine eigene Grenze pushen, sonst kann man sich nicht verbessern. Das bedeutet auch bereit sein, möglicherweise jeden Tag eine ganz kleine Niederlage einzustecken, nämlich die, wo man sich über seine eigene Grenze gepusht hat. Könnte nämlich sein, dass es nicht funktioniert, dann hat man ein bisschen verloren und versucht es am nächsten Tag noch einmal. Aber man kann auch ganz viel gewinnen. Wenn man erfolgreich war mit dem sich über seine eigene Grenze pushen, wird man sich jedesmal ein bisschen verbessern und seinem Ziel ein Stück näher kommen. 

Neid aber wird uns nicht dorthin bringen, wo wir hinwollen, sondern wird uns nur rückwärts treiben. Eigener Neid ganz besonders und der Neid der Anderen, wenn wir uns von dem beeindrucken lassen. 

Mittwoch, 4. Juni 2014

Das kleine dicke Mädchen

Heute morgen ist mir klar geworden. Es gibt es immer noch, das kleine dicke Mädchen, das immer in irgendeinen nicht erreichbaren Typen verliebt ist, den sie von weitem beobachtet und hofft, dass er sie eines Tages sehen würde, aber der sie niemals sieht, weil sie nichts weiter ist als ein kleines dickes Mädchen.

In wen sie nicht alles verliebt war. Den Ersten, an den sie sich erinnert, war ein Junge aus der Schule zwei Klassen über ihr. Jedesmal wenn sie ihn sah, rutschte ihr das Herz in die Hose. Abends im Bett träumte sie davon, wie sie zusammen waren. Das war ihr erster Traum, der niemals in Erfüllung ging. Sie war halt nur das kleine dicke Mädchen.

Wurde ihr ja auch ständig gesagt in der Schule, dass sie nur ein kleines dickes Mädchen war. Das kleine dicke fette hässliche Entlein. Sogar einer, der selbst dick und hässlich war, sagte ihr ständig, dass sie dick und hässlich war. Der Anführer der, heute würde man sagen Moppinggang, war einer, der heute sogar ihr Facebookfreund ist. Und sich ganz sicher an nichts erinnert und auch nicht weiß, dass seien Mobbingattacken tiefgreifende Folgen hatten. Warum eigentlich? Warum hatte sie seine Freundschaftsanfrage damals schweigend angenommen ohne ihm zu sagen, dass sie sich seinetwegen nicht mehr nach draußen getraut hatte, Essstörungen bekam, die sich erst jetzt vor ein paar Jahren mit dem Alter aufgelöst hatten. Warum hatte sie ihm das nicht gesagt, weil sie dachte, er würde sich eh wieder nur lustig machen über sie und sie wäre letztendlich wieder die Dumme gewesen.

Dann gab es da den coolen hübschen Jungen bei der Tanzschule, in den jedes Mädchen verliebt war, auch sie. Und diesmal tat sie was ganz Mutiges. Bei der Damenwahl forderte sie ihn auf und er sagte, ihr knallhart ins Gesicht :"Nein." Was für eine Demütigung!!! Aber wer wollte schon mit dem kleinen dicken Mädchen tanzen?

Dann gab es den Jungen mit der Palmenfrisur. Er hatte die gleiche Frisur wie Martin Gore von Depeche Mode, nur dass er viel hübscher war. Auch in den war sie verschossen. Er hatte ihr versprochen, an Silvester zur Party zu kommen, aber er kam nicht zum kleinen dicken Mädchen.

Später als sie schlank war, sah sie das nicht, weil tief in ihr fühlte sie sich immer noch dick und das sah sie auch im Spiegel, ein kleines dickes Mädchen.

Hässlich ist sie nicht mehr. Im Gegenteil, viele sagen ihr, wie schön sie sei. Und heute weiß sie das auch, dass sie schön ist. Aber im Inneren ist sie immer noch das kleine dicke Mädchen, das jetzt gerade in ihren Yogalehrer verknallt ist und anstatt einen Schritt auf ihn zuzugehen, d.h. einfach freundlich mit einem Lächeln hallo zu sagen, so wie beim allerersten Mal versteckt sie sich und hofft, er würde nicht bemerken, dass sie einen Crush an ihm hat und stellt sich abends im Bett vor, wie er sie fragt, ob sie mit ihm ausgehen wolle. Was er natürlich nie machen wird, weil er der Lehrer ist und sie die Schülerin und sowas macht man einfach nicht als normaler Mensch. Außerdem kommt ihm große Gleichgültigkeit entgegen. Weil sie will nicht eine von denen sein, die sich in ihn verliebt haben, wie so eine gelangweilte Hausfrau, die sich in jeden Mann, der vorbeikommt, verliebt und ihn anbaggert. Nein, so eine ist sie nicht und war sie auch nie auch wenn sich ihre Geschichte so anhört, eine Geschichte voll mit Ablehnung und verletzten Gefühlen und mit voller Absicht ausgesprochenen verletzenden Worten.

Eins hatte sie sich geschworen. Sie würde sich nie wieder in eine Situation bringen, in der sie eine Ablehnung bekommen würde. 
Aber musste sie deswegen das kleine dicke Mädchen in der Ecke bleiben? Nein, das musste sie nicht. Das kleine dicke Mädchen konnte sie jetzt gehen lassen, weil sie brauchte es nicht mehr und das kleine dicke Mädchen braucht sie nicht mehr. Es sollte dahingehen, wo es hingehört in die Vergangenheit und nicht mehr mit in die Zukunft geschleppt werden und auch die Gegenwart verlassen, ganz unbedingt die Gegenwart verlassen. Denn das kleine häßliche Entlein ist ein schöner Schwan geworden, der sich nicht mehr verstecken muss. Es ist Zeit für das kleine dicke Mädchen zu gehen.